Free2Play Spiele wie FlyFF haben oft leider einen entscheidenden Nachteil: mangelndes Budget. In den goldenen Jahren der MMORPGs war das noch eher weniger ein Problem. Heutzutage sieht die Sache da aber schon ganz anders aus.

Insbesondere die kostenlosen Onlinespiele sind davon betroffen. Ohne fest kalkulierbare Umsätze kann ein Publisher nur sehr schwer einschätzen, wie viel Personal für den Betrieb notwendig und finanziell auch tragbar ist. Genau da kommen dann die ehrenamtlichen Helfer aus der Community ins Spiel.

Was genau ist eigentlich ein FlyFF Moderator

In erster Linie ist ein sogenannter FlyFF MOD ein Mitglied aus der Community. Zum Missverständnis vieler handelt es sich dabei nicht um einen fest angestellten Mitarbeiter von gPotato / WEBZEN. Im Grunde sind sie also nur Spieler, deren Namen man auf den Community-Plattformen grün anpinselt. Zusätzlich bekommen sie noch ein paar moderative Werkzeuge an die Hand.

Diese Werkzeuge beschränkten sich unter gPotato / WEBZEN in erster Linie auf die Community-Plattformen (Forum, Discord). Einige wenige Moderatoren hatten aber auch ein paar Ingame-Rechte.

Über die Jahre habe ich die spannendsten Mythen und Legenden über die Moderatoren gehört. Die Realität hingegen ist unfassbar langweilig und unspektakulär. Auf den Community-Plattformen spielt man das Kindermädchen für die sich ständig ankeifende Community. Die Ingame-Aktivität hingegen beschränkt sich fast ausschließlich auf das Rausschmeißen der immer wiederkehrenden Spam-Bots der Goldseller.

Ist die Position als FlyFF Moderator erstrebenswert?

Mit dem anstehenden Wechsel des Publishers endet auch das FlyFF Regime von WEBZEN. Zwar haben die Spieler die Möglichkeit, ihren Fortschritt zum neuen Publisher mitzunehmen, allerdings wird sich möglicherweise alles andere rund um den Betrieb verändern. Die langjährigen Game Master werden natürlich nicht zum neuen Publisher übernommen, da sie ja weiterhin bei WEBZEN angestellt sind.

Bei den Moderatoren ist die Sache allerdings noch ein wenig konfus. Auf den neuen englischen und französischen Discord Servern von Gala Lab sind unter Anderem einige bekannte Gesichter unter den Moderatoren zu sehen. Auf dem neuen deutschen Discord Server sieht das allerdings anders aus. Dort zeigen sich bisher nur neue Gesichter.

Nun stellt sich die Frage, ob Gala Lab vielleicht schon neue Moderatoren aus der Community rekrutiert hat? Ich als jemand, der das ganze Theater zwölf lange Jahre mitgemacht hat, stelle euch allerdings die Frage: Würdet ihr wirklich ein FlyFF Moderator werden wollen?

Die Vorteile als FlyFF Moderator

Natürlich ist nicht alles schlecht. Das Arbeiten in der Gaming-Industrie (wenn auch nur ehrenamtlich) ist durchaus interessant. Der Blick hinter die Kulissen, das aktive Mitwirken und die Erfahrungen im Bereich Community Management und Game-Publishing sind bei dieser Position ein großes Plus.

Das setzt aber auch voraus, dass man aktiv am Ball bleibt und sich regelmäßig an der Arbeit beteiligt. Über die vielen Jahre musste ich es leider häufig erleben, dass neue Moderatoren vielleicht zwei Wochen aktiv am Start waren. Danach kam man dann nur noch für die spaßigen Dinge zum Vorschein. Die tägliche Drecksarbeit überließ man den Kollegen, die diesen Job tatsächlich ernst nehmen.

Die Nachteile als FlyFF Moderator

Wenn man eine solche Position ernsthaft ausüben möchte, macht man sich nicht unbedingt immer Freunde. Innerhalb der FlyFF Community gibt es unglaublich viel Rivalität zwischen Gilden, Händlern oder einzelnen Spielern im Allgemeinen. Objektiv betrachtet macht das diese Community zu einem großen Teil sehr toxisch. Ganz besonders auf den Discord Servern werdet ihr auf viele Leute stoßen, die gezielt provozieren und diffamieren wollen. Früher oder später wird es also unweigerlich dazu kommen, dass man sich bei einzelnen Spielern und Spielergruppen unbeliebt macht.

Ein weiterer negativer Aspekt besteht im Verlust des Spieleransehens. Damit meine ich nicht die Sympathie als solche (die wird man als Moderator so oder so verlieren 😀 ). Wer von eurer Postion weiß, wird euch irgendwann selbst auf euren privaten Charakteren nur noch als den Moderator sehen. Überlegt euch also gut, wem ihr von eurer ehrenamtlichen Position erzählen wollt, oder ob ihr es überhaupt jemandem erzählen wollt. Trotz meines eigenen Ausstiegs vor etwa 9 Monaten bekomme ich selbst heute noch private Anfragen, „ob ich da nicht mal was weiterleiten oder einen direkten Kontakt herstellen könne“.

Fazit

Mit dem Wechsel des Publishers könnten auch die Moderatoren für FlyFF neu besetzt werden. Sollte es zu einer Ausschreibung kommen, solltet ihr euch gründlich überlegen, ob ihr eine solche Position wirklich bekleiden möchtet. In erster Linie ist sie mit täglicher und teils langweiliger Arbeit verbunden. Wer nur für sich selbst Vorteile daraus ziehen möchte, oder es nur für das Prestige in Betracht zieht, der sollte es von vornherein lieber bleiben lassen.

Sollte euch allerdings etwas an dem Spiel liegen und euer Interesse am Mitwirken hinter den Kulissen hoch sein, so kann eine solche Position eine sehr gute Erfahrung sein. Ich persönlich konnte daraus sehr viele Erkenntnisse ziehen und Erfahrungen sammeln.


Was denkt ihr über dieses Thema? Habt ihr bereits selbst Erfahrungen in solchen Positionen bei anderen Spielen gemacht? Fändet ihr diese Erfahrung interessant? Was fasziniert euch daran oder was schreckt euch vielleicht ab? Lasst es uns gern in den Kommentaren wissen!